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| Handys
werden zu gesuchten Sammler-Objekten |
| Für Raritäten greifen Käufer
tief in die Tasche - Hamburger Museum widmet sich
dem Mobilfunk |
Von DDP-Korrespondent
Stefan Kahl

>Köln.
Dag Oestreich aus Köln ist in Handys vernarrt. Der 41-jährige
sammelt seit Jahren Mobiltelefone und kann einfach nicht
die Finger davon lassen. Mehrere Duzend Geräte zieren
bereits seine Wohnung. "Ich bin fasziniert von der
Entwicklung der mobilen Telefone. Wie sie immer kleiner
und ausgereifter wurden", sagt der Rheinländer.
Ganzer Stolz seiner Sammlung ist ein D2-Handy von 1993.
"Das ist noch so groß, dass man es in einer Tasche
über die Schulter tragen muss".
Mit seiner ungewöhnlichen Sammler-Leidenschaft ist Dag
Oestreich nicht allein. Die Fangemeinde für den
Elektroschrott wird immer größer. Im Internet tauchen
ständig neue Seiten auf, auf denen Sammler stolz ihrer
Raritäten präsentieren. Inzwischen gibt es sogar erste
Ausstellungen, die sich der Handy-Manie widmen. So hat
die Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Hamburg ein Museum eröffnet,
in dem sich an einer Wand alles um die mobile Telefonwelt
dreht.
Zum Fachsimpeln treffen sich die Handy-Freaks im Internet.
Auf der Website www.handy-kult.de haben sie eines der größten Fanforen in
Deutschland gebildet. Fast 16.000 Nutzer sind hier
registriert. In verschiedenen Themenräumen werden
zum Beispiel neueste Entwicklungen in der
Mobilfunkbranche oder die Suche nach Raritäten
diskutiert.
Vater der Internetseite ist Stefan Fritzenkötter aus München.
Er stellte das Portal vor zwei Jahren ins Netz. "Über
die Plattform organisieren die Nutzer inzwischen sogar
Stammtische in Kneipen", sagt er. Sein Projekt wurde
so erfolgreich, dass das Unternehmen Handy.de Anfang dieses Jahres ein
Kaufangebot machte. Fritzenkötter konnte nicht Nein
sagen und verkaufte an die Gruner+Jahr-Tochter.
Mario
Nordheim aus
Suhl ist einer der Fans, die regelmäßig bei Handykult
vorbeischauen. Der 22-jährige sammelt seit zwei Jahren
Handys und hat inzwischen mehr als 100 Geräte
zusammengetragen. "Manche finden mein Hobby gut,
andere erklären mich für verrückt", sagt er.
"Selbst meine Freundin war anfangs sehr skeptisch,
weil die Handys so viel Platz wegnehmen. Inzwischen sieht
sie das lockerer." Für ihn sind besonders alte C-Netz-Handys
interessant. Sie wiegen bis zu zehn Kilo und stammen aus
den 80er Jahren.
Für Raritäten aus den Anfängen des
Mobilfunks greifen Sammler wie Andreas Elmenthaler tief
in die Tasche. "Für seltene Teile gebe ich schon
mal ein paar Hundert Mark aus", gesteht der Mann aus
Dresden. Über 300 Geräte hat er bereits gesammelt. vor
allem über Flohmärkten, Versteigerungen im Internet und
Bekannte kommt der 33-jährige an die Objekte seiner
Begierde.
Für Neulinge ist der Einstieg in die Handysammler-Gemeinde
recht einfach. Wer sich nicht sofort auf A-, B- oder C-Netz-Handys
stürzt, hat gute Chancen, ältere Mobiltelefone für
wenig Geld zu ergattern. Allein im vergangenen Jahr haben
Nokia und Co. in Deutschland mehr als 30 Millionen Handys
verkauft.

Quelle: 09.01.2002
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