Mobilfunk-Museum
Das Telefon
"Das Telefon - wohl keine andere Erfindung fand in der menschlichen Gesellschaft so regen Zuspruch. Heute hat man Klarheit darüber, daß Antonio Meucci, ein italienischer Einwanderer, als der Erfinder des modernen Telefons gilt. Bereits 1830 entdeckte er, daß Kupferleitungen imstande sind, Töne und Signale durch elektrische Impusle zu übermitteln; und so präsentierte er der amerikanischen Öffentlichkeit 1860 sein voll funktionsfähiges Patent, das in der Lage war, menschliche Sprache klar und verständlich zu übertragen. Schon Jahre zuvor verkabelte er sein Haus auf Staten Island wegen seiner erkrankten Frau vom Erdgeschoss ins erste Stockwerk. Doch aufgrund finanzieller und behördlicher Reibereien gelang es ihm nie, ein Patent anzumelden. Alexander Graham Bell, lange Zeit als rechtmäßiger Erfinder des Telefons geltend, meldete zwei Jahre nach Verschwindens der Pläne Meuccis durch die Western Union Telegraph Company sein Patent im März 1876 an." (Zitat: Sandro V.)*
Telefon von Bell

(Quelle: Reich der Erfindungen/Dr. Heinrich Samter/1901)

Die Erfindung des Telefons ermöglichte nun die direkte Übertragung von Sprache über eine Zweidrahtleitung, wobei man die akustischen Signale (also die Sprache) in elektrische Schwingungen umwandelte und beim Empfänger diese wieder hörbar machte. Bedeutende Verbesserungen des Apparates war durch die jeweils selbstständige Entwicklung des Mikrofones 1877-1878 von Dr. Robert Lüdtke aus Berlin, dem Amerikaner Hughes und dem Erfinder des Grammophons E. Berliner möglich.

Testaufbau: Mikrophon, Galvanisches Element als Stromversorgung und als Tonerzeuger Kohlestäbchen auf einem Resonanzboden

(Quelle: Reich der Erfindungen/Dr. Heinrich Samter/1901)

Mikrofon von Mir & Genest

(Quelle: Reich der Erfindungen/Dr. Heinrich Samter/1901)

Nun wurden schon die ersten Telefongeräte in Serie gerfertigt und somit auch an die private Nutzung übergeben. Aber noch mußten Vermittlungsstellen die gewünschten Verbindungen schalten.

Wandtelefon von Mir & Genest

(Quelle: Reich der Erfindungen/Dr. Heinrich Samter/1901)

In Berlin gab es schon 1890 allein 13800 Sprechstellen, welche mit einem Leitungsnetz von 29,962 Kilometern verbunden waren. Auch Ferngespräche waren hier schon möglich! Gespräche von Hamburg nach Breslau über eine Strecke von 650km waren zu dieser Zeit ein riesiger Fortschritt. Aber auch Gespräche von Deutschland nach Paris, Brüssel und London waren da schon möglich. Die damals größte Strecke wurde in Amerika zwischen Portland und Buffalo mit 1380km Länge gemessen. Eine Verbindung von Chicago nach New York mit 50 oberirdischen Leitungen mit einem Gewicht von 8526 Tonnen und einer Kabellänge, die zusammen das vierfache des Erdumfanges erreichte sei hier noch als eine der Meisterleistungen der damaligen Zeit genannt. So ist es auch verständlich, daß die Preise für die Telefonate nicht gerade niedrig lagen, so das sich nicht jeder einen Anschluss leisten konnte (Quelle: Reich der Erfindungen/Dr. Heinrich Samter/1901).

Tischtelefon von Mir & Genest

(Quelle: Reich der Erfindungen/Dr. Heinrich Samter/1901)

* Für diese Ausführungen danke ich Sandro V., der mir die korrekte Geschichte per Mail zusandte, und dadurch half, geschichtliche und faktische Fehler im Museum zu bereinigen.
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